Es ist wie immer in der Nacht vor unserer Reise. Ich schlafe schlecht und bin viel zu früh wach. Drei Uhr. Mein Gott. Das Taxi kommt erst um Viertel nach fünf und bringt uns zum Dortmunder Flughafen. Dort dauert das Einchecken ein wenig, weil vor uns ein Mann sein Gewehr mitnehmen möchte. Um 6:20 Uhr heben wir ab in den Urlaub.
Fast noch im Steigflug bekommen wir unseren Lunchbeutel, machen uns über den Inhalt her und sind schon wieder im Landeanflug.
Biene Majas Freund Flip würde sagen : 'Hü-Hüpf.'
Um 8:35 Uhr sitzen wir dann schon in der nächsten Maschine, einem Jumbo (Boeing 747) der United Airlines, und heben ab in Richtung Chicago Int'l Airport O'Hare.
Nach über neun Stunden landen wir gegen 10:45 Uhr Ortszeit und haben 40 Minuten Zeit bis zum nächsten Boarden. Das heisst Beine in die Hand nehmen und auf zum Immigrations-Schalter. Diese Hürde passieren wir schnell wie noch nie und hetzen weiter zum Gepäckband. Obwohl O'Hare nicht unser Zielflughafen ist, müssen wir unsere Koffer im Empfang nehmen und durch den Zoll bringen. Zum Glück kommen diese auch ziemlich schnell. Ab zum Zoll und dem dahinter liegenden Saal, in dem die Koffer von weiterfliegenden Passagieren neu eingecheckt werden. Ein Mitarbeiter des Flughafens fragt uns nach unserem nächsten Ziel und deutet auf ein Band, auf das wir unsere Koffer stellen sollen. So. Das ging auch sehr zügig. Auf zu unserem nächsten Flieger. Kurz nachdem wir am Gate angekommen sind wird auch schon geboarded. Nützt aber nix, da es ein Problem mit der Maschine gibt und Techniker in der Kabine herumwuseln. So geht es dann mit 70 Minuten Verspätung um 13:10 Uhr in Richtung Las Vegas.
Im Landeanflug sehen wir schon den als Strip bekannten Las Vegas Blvd mit den vielen berühmten Hotels (Von den 20 größten Hotels der Welt stehen hier 18), und setzen gegen 15:00 Uhr Ortszeit nur eine Meile von ihm entfernt auf. Kaum raus aus der Maschine empfängt uns auch schon das typische Geräusch der Spielautomaten, die sogar schon in den Terminals aufgestellt sind. Welcome to Las Vegas. Dieses Tor
durchschreiten wir auf dem Weg zu unserem Gepäck, das ziemlich lange auf sich warten läßt. Während der Wartezeit erkundigen wir uns nach der Zimmersituation und ernten Unverständnis, dass wir zu Ostern keine Reservierung haben. Nun ja. Wir hatten halt gedacht, dass bei dieser Ansammlung von Mega-Hotels schon irgendwo ein Zimmerchen für uns frei sei.
So. Nun aber raus aus dem Flughafen, erstmal eine geraucht und das Alamo-Shuttle gesucht, das uns zur Mietwagenstation von Alamo am südlichen Ende des Flughafens bringt. Dort reihen wir uns in die Schlange ein und warten geduldig auf einen der vielen, aber gründlichen Mitarbeiter. Endlich sind wir an der Reihe und bekommen einen Century von Buick, erstaunlicherweise nicht weiß (In fünf unserer bisher sieben USA-Reisen haben wir immer ein weisses Auto bekommen.), sondern in einer Farbe zwischen gold und silber, die momentan in den USA 'hip' zu sein scheint.
An der Ausfahrt müssen wir unseren Mietvertrag ('Rental Agreement') und zum ersten Mal eine ID vorzeigen. Wir fragen den Kontrolleur nach dem kürzesten Weg zum Strip und bekommen 'left-left-right at light' als Antwort.
Gesagt, getan. Und schon sind wir auf einer der berühmtesten Straßen der Welt, dem Las Vegas Blvd, und haben die Qual der Wahl unter den vielen Hotels (hier ein Lageplan der Hotels).
Wir entscheiden uns für das New York New York, weil wir das schon von unserer 1998er Reise kennen.
Im kostenlosen Parkhaus stellen wir unser Auto in der dritten Etage ab, weil man von dort direkt, ohne einen Fahrstuhl benutzen zu müssen, zu dem Walkway kommt, der ins Hotel und Casino führt. Wir fragen nach einem Zimmer und erwarten eigentlich die Antwort 'Sorry, we're sold out.' Aber nix da. Wir können uns sogar ein Zimmer aussuchen und bekommen eins für $120 pro Nacht im 39.Stock mit Blick
auf den Strip und den Flughafen. Am Fenster sitzend beobachten wir die startenden und landenden Flugzeuge (von dem Lärm bekommt man übrigens erstaunlicherweise nichts mit) und das Treiben auf den Straßen unter uns.
Es ist jetzt fünf Uhr nachmittags, wir sind jetzt 23 Stunden auf den Beinen und hundemüde. Also entschliessen wir uns dazu, eine Siesta einzulegen, um später Las Vegas zu erkunden.
Aber Pustekuchen. Wir verschlafen völlig. Merken : Das nächste Mal einen Wecker stellen !!!
Dermaßen ausgeschlafen sind wir dann auch schon früh unterwegs und fahren auf dem fast menschenleeren Strip Richtung Norden zum Charleston Blvd (Rt 159) weiter zur Red Rock Canyon National Conservation Area. Da dies kein National Park ist und deswegen unser National Park Pass nicht gilt, müssen wir $5 Eintritt bezahlen, um die Loop Road fahren zu dürfen.
Aber schon nach kurzer Zeit sehen wir ein, dass diese Dollar gut angelegt sind, denn wir fahren durch eindrucksvolle Landschaften mit weiten Ebenen und farbigen Bergen
.
Weiter geht es zum Death Valley National Park. Nach 79 Meilen gelangen wir über Pahrump und Shoshone zum Südeingang des Parks und befahren die Rt 178, quasi die Death Valley Road.
Wir kommen an Badwater vorbei, mit 85m unter N.N. der tiefste Punkt der westlichen Hemisphäre und lassen uns von einem Wegweiser zur 'Natural Bridge' auf eine Straße locken, für die man eigentlich ein höhergelegtes Auto mit Allradantrieb benötigte. So werden wir auch gehörig durchgeschüttelt und erfahren, am Parkplatz angekommen, dass man ab hier noch mehrere Kilometer laufen müsste. Heute nix für uns. Also fahren wir weiter und biegen ein paar Meilen später in den Artists Drive ein, der uns zur Artists Palette bringt. Dieser Teil des Parks sieht wirklich aus wie die Palette eines Malers, denn die Berge schillern in allen erdenklichen Farben
. Ein enger Weg durch asphaltierte Senken und zwischen Felswänden bringt uns zurück zur Hauptstraße. Bald sind wir am Visitor Center und, schon auf dem Rückweg nach Las Vegas, am Zabriskie Point, den man auch durch den gleichnamigen Hollywood-Film kennt.
Am Abend machen wir uns noch einmal auf den Weg und erkunden den Strip. Auf diese Idee sind aber anscheinend auch alle anderen Touristen gekommen, die momentan in der Stadt sind. Auf den Straßen herrscht ein Gedränge, als wäre langer Samstag, Winterschlußverkauf und der Tag vor Heiligabend auf einmal. Uff. Was für ein Geschiebe.
Am Bellagio, das bei unserem 1998er Besuch noch im Bau war, bleiben wir stehen und schauen uns die fantastischen Wasserspiele an. Zu Musik wie 'Singing In The Rain' oder 'Time To Say Goodbye' tanzen Wasserfontänen im Takt, schwingen hin und her und erreichen mit einem lauten Knall Höhen von bis zu 70 Metern. Einem Chinesen entfährt der Spruch : 'This is paradise'.
Nach einem Vulkanausbruch am Mirage, der vor zehn Jahren die Menschen vielleicht mal entzückt hat, überqueren wir die Straße und stehen auf dem Markusplatz in Venedig. Natürlich nur ein detailgetreuer Nachbau als Bestandteil des Hotels Venetian. Am Campanile vorbei gehen wir über die Rialtobrücke ins Innere des Hotels. Im Fernsehen haben wir zwar schon die Kanäle mit den Gondolieri gesehen, aber als wir sie 'live' im dritten Stock des Hotels und unter einem künstlichen blauen Himmel sehen, sind wir doch beeindruckt. Das ist so kitschig, dass es schon wieder schön ist.
Auf unserem Rückweg zum Hotel kommen wir am Paris Las Vegas mit dem Eiffelturm im Maßstab 1:2 vorbei und nehmen uns vor, am Tag vor unserer Abreise hier einzuchecken.
Das Aladdin, das einen Tag vor unserem letzten Las Vegas Besuch 1998 gesprengt wurde, steht auch wieder.
Unglaublich was hier für Hotels stehen. Wow.
Heute verlassen wir vorerst Las Vegas und nehmen ein paar Meilen den Interstate I-15 unter unsere Räder. Den Valley Of Fire State Park (siehe 1998er Bericht) lassen wir diesmal links liegen.
Bald verlassen wir Nevada, fahren kurz durch Arizona und sind dann in Utah. Da wir in Erinnerung haben, dass es an unserem nächsten Ziel keinen größeren Supermarkt gibt, stoppen wir in St.George und kaufen groß im dortigen Albertsons ein. Nach ein paar Meilen biegen wir auf die RT 9 ab und fahren durch wunderbare grüne Täler bis nach Springdale am Südeingang des Zion Nationalparks.
Vor drei Jahren haben wir im tollen Desert Pearl Inn gewohnt. Dort hängt heute leider ein 'No Vacancy'-Schild vor der Tür, also nichts frei. Ist aber auch kein Wunder, denn heute ist Ostersamstag. Aber mit dem Best Western Zion Park Inn finden wir für $95 pro Nacht ebenbürtigen Ersatz.
Beim Einchecken werden wir auf das neue kostenlose Shuttle-System des Zion Nationalparks hingewiesen. An der Haltestelle direkt vor dem Hotel steigen wir ein und sind bald an der Endstation am Visitor Center des Parks. Dort steigen wir in ein anderes Shuttle ein, das die Zion Canyon Scenic Road in regelmäßigen Abständen befährt. Am Viewpoint Court of the Patriarchs steigen wir aus und geniessen die Landschaft am Ufer des Virgin River. An unserem nächsten Stop, der Zion Lodge, fallen uns am Anfang des Emerald Pools Trail jede Menge Autos auf, die bei näherem Hinsehen als Polizei- bzw Rangerfahrzeuge zu erkennen sind. Später erfahren wir, dass hier jemand beim Wandern abgestürzt ist.
Heute ist Wandertag. Über den Lower Emerald Pool Trail mit Blick auf das Virgin River Tal und den Middle Emerald Pool kämpfen wir uns über unwegsames Gelände zum Upper Emerald Fall.
Obwohl der steile Weg über Stock und Stein ziemlich anstrengend ist und die Sonne auch das Ihrige tut, macht es trotzdem Spaß, in dieser überwältigenden Landschaft zu wandern.
An einigen Stellen des Wegesrands geht es schon ziemlich bergab und uns fällt ein, dass gestern jemand irgendwo hier abgestürzt sein soll.
Als wir beim Abstieg die Brücke über den Virgin River wieder sehen, sind wir froh es geschafft zu haben und gönnen uns im Castle Dome Cafe bei der Zion Lodge leckere Burgers und Chili.
Weiter geht es über die Zion Canyon Scenic Road zum Weeping Rock (lassen wir dieses Mal links liegen), vorbei an steilen Felswänden, in denen wir mehrere bunte Tupfer bemerken und als Bergsteiger identifizieren, zum Temple of Sinawava.
Von hier sieht man, wie fast von überall im Park, den über 2000m hohen Great White Throne. Hier ist auch der Eingang zu den Narrows, der engsten Stelle des Zion Canyons, zu der ein einfacher, auch für Rollstuhlfahrer zugänglicher Riverside Walk führt.
Heute verlassen wir den Zion NP , müssen aber den für Autos freigegebenen Teil befahren. Obwohl wir ihn nur durchqueren wollen (immerhin führt eine staatliche Straße hindurch), müssen wir unseren National Park Pass vorzeigen. Über einen serpentinenreichen Aufstieg und durch einen schmalen Tunnel gelangen wir zur Checkerboard Mesa, einem hellen Sandsteinberg, der durch seine vertikalen und horizontalen 'Cracks' wie ein Schachbrett aussieht.
Nach einer eher langweiligen Fahrt über die RT 89 biegen wir ab auf die Panoramstraße RT 12, die uns zu unserem nächsten Hotel bringt, dem Best Western Ruby's Inn ($49 pro Nacht), unweit des Eingangs zum Bryce Canyon National Park.
Wir starten unsere Tour durch den Bryce Canyon National Park mit dem eher gemütlichen Teil, dem Abfahren der Park Road.
Zunächst stoppen wir an den in meinen Augen interessantesten Stellen : am Sunset Point mit tollem Blick auf das 'Amphitheater'
und am Inspiration Point. Wow.
Dann fahren wir die 25 km zum Ende der Park Road und fahren erst auf dem Rückweg alle Viewpoints an, da diese in der Richtung an der bequemen rechten Seite der Straße liegen. Und da machen wir dann dieses Foto mit den roten Vorhügeln
und dieses Foto mit den unglaublichen Farben der Hoodoos
.
Und wieder Wandertag. Heute beginnen wir am Sunrise Point auf dem Queens Garden Trail mit dem Abstieg auf den Canyongrund. Dort entsteht diese für den Bryce Canyon beinahe untypische Foto ohne Hoodoos
. Wieder beeindrucken uns die Farben der Felsen
. Am Queens Garden angekommen haben wir die Wahl umzukehren oder über eine Verbindungsweg über den Navajo Trail wieder zum Canyonrand aufzusteigen. Wir entscheiden uns für die zweite Variante und nehmen den linken Teil des Navajo Trails. Die Farben werden immer unwirklicher
, die Landschaft immer unglaublicher
. Das letzte Foto zeigt den Beginn des Aufstiegs, der sich in engen, steilen teils eisigen teils matschigen Serpentinen nach oben windet. Diese Richtung scheint wesentlich einfacher zu begehen sein, als die andere Richtung bergab. Uns kommen Dutzende Wanderer entgehen, die arge Probleme haben, sich auf den Beinen zu halten.
Oben angekommen ist es Zeit für ein Picknick auf einem der vielen Picknickplätzen.
Am späten Abend haben wir dann die Gelegenheit, am Sunset Point einen Sonnenuntergang über dem Amphitheater zu beobachten
.
Abreisetag. Die Panoramastraßen Rt 12 und später die Rt 24 führen automatisch zum Capitol Reef National Park. Auch hier fahren wir die Park Road, ordnen diesen Besuch aber in die Kategorie 'Muss-man-nicht-gesehen-haben' ein.
Eine der eintönigsten Straßen, die Rt 24 Richtung I-70, bringt uns einschläfernd zum Interstate und über die Rt 191 nach Moab. Dort beziehen wir mit dem Best Western Greenwell Inn ($75 pro Nacht) das gleiche Hotel wie 1998 und stärken uns bei einer Pizza im Pizza Hut.
Mal wieder Wandertag. Deswegen halten wir am ersten Viewpoint, ziehen die für Klettereien unverzichtbaren Wanderstiefel an und haben den ersten grandiosen Ausblick auf die La Sal Mountains. Kurz darauf stoppen wir am Courthouse Towers Viewpoint und machen das Foto der Three Gossips (Drei Klatschbasen)
, das auch aus einer Mars-Werbung bekannt ist (Ein junger Indianer bringt einen alten zum Sterben auf einen Berg). Danach ist der Delicate Arch unser Ziel, der Arch, der die Nummernschilder Utahs ziert und am Ende der besagten Mars-Werbung zu sehen ist (Nachdem der alte Indianer ein Mars gegessen hat, will er nicht mehr sterben und macht sich auf den Rückweg. Hier wird der Eindruck erweckt, dass die beiden Punkte unmittelbar nebeneinander liegen, tatsächlich sind sie 20km voneinander entfernt.) Naja, wie dem auch sei. Nach 2400m über blanken, in der Sonne liegenden, schattenlosen Fels und teils anstrengend steilen Passagen liegt der Delicate Arch vor uns. Um dieses Foto aber ohne Menschen im Bogen zu machen, mussten wir eine geraume Zeit warten.
Nach einem kurzen Abstecher zum Devils Garden und zu merkwürdig geformten Felsen vor den La Sal Mountains besuchen wir die Windows Section, eine Gegend mit einer erstaunlichen Ansammlung von riesigen Löchern im massiven Fels. Hier zum Beispiel die North und South Windows.
Wenig weiter stossen wir auf die Parade Of Elephants, Felsen die mit ein wenig Phantasie wie Elefanten aussehen
.
An der Hauptstraße des Parks, kurz vor der Abfahrt zur Windows Section, steht der Balanced Rock. Ein Fels, der auf einem anderen so instabil zu stehen scheint, dass man das Gefühl hat, er könne jeden Moment herunterfallen.
Heute führt uns die Reise zum Inbegriff der Wild West Filme, zum Monument Valley. Weil dieses im Navajo Land liegt und kein staatlicher Park ist, gilt unser National Parks Pass nicht. Für $3 pro Person gelangen wir zum Visitor Center. Dort hat man einen ersten grandiosen Blick auf das Monument Valley. Von diesem Punkt könnte man auch die Straße befahren, die man auf dem letzten Foto sieht. Da dies aber eine ziemlich rauhe Straße ist und wir nicht, wie bei unserer 1998er Reise, einen Geländewagen haben, fahren wir dieses Mal nicht durch das Monument Valley.
Heute ist Freitag und wir stellen uns auf Wochenend-bedingt erhöhte Hotelpreise ein. Sind aber erstaunt, als wir im Comfort Inn Page ein riesiges Zimmer für nur $54 pro Nacht bekommen. Okay. Das unsere Schlüssel beim ersten Mal nicht passen, kann man ja noch nachsehen. Dass aber kurz darauf andere Gäste auch Schlüssel zu unserem Zimmer bekommen und unsere Tür öffnen, finden wir dann doch bemerkenswert.
Nachdem wir im hiesigen Safeway unsere Vorräte aufgestockt haben, schauen wir kurz am Glen Canyon Dam und in der Glen Canyon National Recreation Area am Lake Powell vorbei.
Heute morgen buchen wir für $27 pro Person eine Tour bei Lake Powell Jeep Tours zum Antelope Canyon. Unter einem leider bedeckter Himmel steigen wir auf die Ladefläche eines Jeeps, die für vier Personen Platz bietet. Mick, unser Guide, stellt sich vor und bittet uns, dies auch zu tun. So kommen wir mit dem anderen Pärchen, einem Ehepaar aus Wisconsin, schnell ins Gespräch. Nach einer 10-minütigen Fahrt über die Rt 98 und weiteren 10 Minuten querfeldein stehen wir vor dem Eingang des Lower Antelope Canyon, auch Corkscrew Canyon genannt. Diese Sandstein-Kathedralen wurden in Jahrtausenden durch Regen und Wind geformt. Trotz des bedeckten Himmels finden einige Sonnenstrahlen den Weg in diesen teilweise nur 2m breiten Antelope Canyon. Bei einem Blick zurück zum Eingang entsteht dieses Foto
, dass all das Licht und das Farbspektrum in diesem wunderbaren Antelope Canyon dokumentiert. Wow !!!
Für $85 pro Nase erstehen wir Tickets für die fünf Stunden lange Half-Day-Tour zur Rainbow Bridge. Nach einer knapp zweistündigen Fahrt über den Lake Powell biegen wir in einem Nebenarm ab, fahren wir durch immer enger werdende Canyon-Wände und sehen plötzlich die Rainbow Bridge,die mit 87m höchste natürliche Felsbrücke der Welt.
Auf der Rückfahrt setzt Regen ein. Da das Oberdeck überdacht ist, stört uns der Regen erstmal nicht. Als das Schiff aber Gas gibt, wird es durch den Fahrtwind auch noch kalt. Aber wir sind keine Memmen und bleiben hart. Im Fahrtpreis sind Getränke enthalten und so wärmen wir uns hin und wieder mit einen heissen Kaffee auf.
Wunderschönstes Wetter. Hätte es gestern auf dem See nicht so schön sein können ? Heute liegt er statt im gestrigen Grau in einem tiefen Blau vor uns
. Auch an der Wahweap Marina, dem Startpunkt der Half-Day-Tour, herrscht wunderbares Wetter. Schade.
Wir melden uns im Carl Hayden Visitor Center für die kostenlose Glen-Canyon-Dam-Tour an und werden darauf hingewiesen, dass seit dem Bombenattentat in Oklahoma das Tragen von irgendwelchen Taschen oder Rucksäcken während der Tour verboten ist. Okay, wir bringen also unseren Rucksack ins Auto. So stehen wir am Fahrstuhl zur Dammkrone und werden von einer Rangerin auf Taschen kontrolliert. Bei mir stutzt sie und weist auf meine Gürteltasche, die auch verboten sei. Die sind aber pingelig. Passt denn in diese winzige Tasche eine gefährliche Bombe hinein ?
Egal, auch mit ihr ab ins Auto und runter zum Damm. Nach einem kurzen Gang zur Dammmitte steigen wir in den nächsten Fahrstuhl und fahren ins Damm-Innere. Die in den Fels geschlagenen Tunnel wurden auf Anraten der Erbauer des Hoover Dams mit Kacheln verkleidet, da die Besucher sich dadurch wohler fühlen würden, als wenn sie durch nackte Felswände gehen würden. Bald kommen wir an die riesigen Generatoren, sind dann außen vor dem Damm und sehen, als wir hoch schauen, ein 'UFO' am Canyonrand, das sich aber als das Carl Hayden Visitor Center entpuppt.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Etappenziel machen wir noch einen kleinen Abstecher zu einem Viewpoint, von dem man den Glen Canyon Dam frontal sieht
.
Nach 113 teils langweiligen, teils spektakulären Meilen gelangen wir an den Ost-Eingang des Grand Canyon National Parks. Außer Steppe und Wald sieht man noch nichts von diesem Weltwunder. Kurz darauf stehen wir auf dem Parkplatz des Desert View Points und ahnen noch immer nichts von dem 'großen Loch'. Nach ein paar Schritten verschlägt es uns jedoch wieder den Atem. Wahnsinn. Nachdem wir alle Viewpoints entlang des Desert View Drives am East Rim abgefahren sind (bis auf Yaki Point, den man nur per Shuttle erreicht), machen wir uns auf die Hotelsuche.
Für $85 pro Nacht finden wir das Holiday Inn Express Grand Canyon. In dem gemütlichen Zimmer halten wir eine kurze Siesta. Danach benutzen wir für $1 pro vier Minuten den Internet-Zugang im Foyer und machen uns wieder auf den Weg zum Grand Canyon.
Wegen einer Mißdeutung der Karte fahren wir bis zum Market Place und steigen in einen Bus des neuen kostenlosen Shuttle-Service, der uns zum auch neuen Visitor Center bringt, dass hier den Namen Canyon View Information Plaza trägt. Von dort gelangen wir wieder an den Canyon Rand am Mather Point und nach einem kurzen Rim Walk zum Yavapai-Point. Um 19 Uhr soll heute die Sonne untergehen und so warten wir bis sich allmählich die Sonne senkt. Leider senkt sich nicht nur die Sonne, sondern auch die Temperatur. Der böige Wind macht es auch nicht leichter. Als zwei Reisebusse voller Chinesen ankommen, wird es zwar voll, aber immer noch nicht wärmer. Zum Glück gibt es die Observation Station, ein Mini-Visitor-Center mit Panorama-Scheiben und einer wunderbaren Heizung. Hier wärmen wir uns immer wieder auf, um dann wieder nach draußen zu gehen und spektakuläre Fotos zu machen.
15 min vor Sunset
/ 5 min vor Sunset
.
Sonne weg. Chinesen weg. Wärme weg. Aber auch Shuttle weg. Also stehen wir immer noch in der Kälte und warten. Hätten wir die Karte richtig gelesen, hätten wir gemerkt, dass man diesen Yavapai Point durchaus mit dem privaten PKW anfahren darf und nicht mit dem Shuttle fahren muss. Im Auto wäre die wohlige Wärme so nah gewesen.
Im McDonalds in Tusayan sind wir die am dicksten angezogenen Touris.
Heute parken wir direkt am Train Depot im Canyon Village und erkunden den West Rim zu Fuß. Auch in der Mittagssonne hat der Grand Canyon seine Reize (
,
). Neben ungesicherten Abgründen gibt es einige sicher abgesperrte Viewpoints. Für ein älters Damenpaar ist der Mohave Point aber wohl nicht sicher genug, denn eine der Damen stürzt hinter uns und fällt furchtbar auf die Nase, aus der dann das Blut nur so herausfliesst. Da ihre Begleitung keine Anstalten macht, ihr aufzuhelfen, reiche ich ihr meine Hand und bin kurz darauf blutverschmiert.
Nach einer kurzen Säuberung sind wir jetzt der Meinung, genug gelaufen sein. Also steigen wir in das Shuttle und lassen uns zu den letzten beiden Viewpoints fahren, bevor wir zum Train Depot zurückkehren.
Heute verlassen wir den Grand Canyon National Parks und fahren auf Empfehlung des Ehepaars, mit dem wir in den Antelope Canyon gefahren sind, über Flagstaff nach Sedona. Wir kommen durch eine Gegend, die einem leicht bewaldeten und bewohnten Monument Valley ähnelt. Ansonsten ist Sedona ein mit Shops und Malls gepflastertes Straßendorf.
Auf dem Rückweg fallen uns in der Ferne Wohnwagen mit gelben Nummernschildern auf und wir behaupten im Scherz es seine Holländer. Als wir sie überholen, sind es tatsächlich Holländer. Die sind wirklich überall.
In Kingman an der Route 66 finden wir für $82 im Best Western Kings Inn eine Suite vor und mit dem Golden Corral ein Family Restaurant, in dem wir das Buffet für $9 plündern.
In der Mittes des Hoover Dams
überqueren wir die Grenze von Arizona nach Nevada. Für $3 stellen wir unser Auto in einem Parkhaus ab, lassen unseren Rucksack und unsere Gürteltaschen im Auto, weil wir das Visitor Center besuchen wollen, in dem auch die bekannte Sicherheits-Regel gilt. Nepp. Die wollen selbst hier für $3 haben. Nicht mit uns. Außerdem haben wir das schon vor drei Jahren gesehen. So beschränken wir uns auf einen Spaziergang über den Damm und machen uns dann auf den Weg nach ...
Wir machen unseren Plan wahr und steuern das Paris Las Vegas an. Über eine Autobahn-ähnliche Auffahrt fahren wir ins kostenlose Parkhaus, gehen durch lange Flure zu einer Rolltreppe und sind in einer Ladenpassage mit künstlichem Himmel in Paris. Wenig später kommen wir zur Reception, fragen nach dem Preis für eine Nacht, bekommen $89 als Antwort, ein Zimmer mit Blick auf den Strip kostet $20 Aufpreis. Okay. Nehmen wir. Wir bekommen unsere Schlüssel, holen unsere Koffer, gehen wieder durch die Ladenpassage über das ratternde Kopfsteinpflaster, besteigen den Fahrstuhl und stehen dann erwartungsvoll vor unserem Zimmer 2888.
Wow !!! Feinste französische Möbel, ein Riesenbad mit untypischer Duschkabine. Tolle Gardinen. Als wir diese aufziehen, steht der Eiffelturm vor uns. Die spinnen, die Amerikaner. Und wir haben einen Wahnsinnsblick auf den Strip, auf das Aladdin und auf das Bellagio mit seinen Wasserspielen. Wir können uns gar nicht von dieser Aussicht trennen, tun es dann aber doch und stehen bald vor dem Eiffelturm im Maßstab 1:2 (
,
) und den Wasserspielen des Bellagio. Nach einem Trip bis zum Sahara kehren wir müde zurück und geniessen in der Dämmerung die Aussicht von unserem Zimmer auf den Eiffelturm
und die Wasserspiele bei Nacht
.
Wir haben nur 40 Minuten Zeit, um vom Terminal C zum Terminal B zu kommen. Mit einer Fußblasen-geschädigten Freundin nicht ganz einfach. Aber geschaftt.
Das direkte Verlinken oder Kopieren von Inhalten oder Auszügen von Inhalten oder Bildern meiner Seiten ist ohne meine ausdrückliche Zustimmung nicht gestattet.