Endlich geht es los. Auf zum
Dortmunder Flughafen,
wo man sein Auto während des Urlaubs noch kostenlos abstellen darf.
Um 11:50 Uhr (20 Minuten später als geplant) steigen wir in die Propeller-Maschine
vom Typ
ATR 72
von
Eurowings
(Partner von
KLM und
Northwest Airlines),
die uns nach Amsterdam bringt.
Nach einem 50 Minuten-Flug landen wir auf dem
Amsterdam Int'l Airport
und haben noch 80 Minuten Zeit bis zu unseren Anschlussflug nach
Boston.
Wir besteigen eine
DC-10
der
Northwest Airlines
und sind kurz darauf auf dem Weg zum ...
Nach einem ungewöhlich ruhigem Flug über den Atlantik setzen wir sanft
auf der Landebahn auf und bereiten uns auf das übliche Procedere vor
(Immigration, Gepäck holen, Auto holen, Hotel suchen).
Die Immigration ist kein Problem, das Gepäckband finden wir auch schnell,
es läuft sogar schon. Nach ein paar Minuten bleibt es aber stehen, die
darauf verbliebenen Gepäckstücke werden von einem Muskelpaket abgeräumt
und unsere sind nicht dabei.Ja und nu ??? Wir bemerken, dass wir
nicht die Einzigen sind, denen das Gepäck fehlt, und reihen uns in die
Schlange ein, die sich vor dem Gepäckverlust-Schalter von
Northwest Airlines
gebildet hat. Der ist nur wenige Schritte vom Ausgang entfernt, so dass
ich erst einmal ein Zigarette rauchen gehen kann. Als wir dann an der Reihe
sind müssen wir unsere Koffer beschreiben, die Schlösser-Kombinationen nennen
(damit der Zoll das Gepäck überprüfen kann) und unseren Aufenthaltsort für
die nächsten Tage angeben. Danach bekommen wir einen Beleg mit einer
File-Number, einer Referenz-Telefonnummer und einer
Internet-Adresse,
mit der wir den Verbleib unserer Koffer verfolgen könnten.
So. Nun aber zum
AVIS-Schalter im
Flughafen, wo wir den Vertrag (Rental Agreement) für unseren Mietwagen
bekommen sollen. 'Leider' ist kein Auto in der von uns vorbestellten
Kategorie mehr vorhanden, so dass wir einen zwei Kategorien besseren Wagen
für denselben Preis bekommen.
Das AVIS-Shuttle
fährt uns zum Stellplatz 29 auf dem
AVIS-Parkplatz,
wo ein roter
BuickCentury
auf uns wartet. Wieder mal ein riesiges Schiff mit Lenkradschaltung und
Fahrer-Couch statt Fahrer-Sitz. Toll. Auf geht's zum Hotel.
Nach einer Ehrenrunde auf dem
Logan Int'l Airport
finden wir dann ein Hinweisschild zur State Route 1A, die uns dann zur US-1
bringt, an der unser Hotel liegen soll. Nachdem wir Meile um Meile gefahren
sind und das Hotel einfach nicht auftaucht, lassen wir uns von dem Ortsnamen
Peabody im Hotelnamen verleiten, bei einem Exit gleichen Namens abzufahren
und das Hotel dort zu suchen. Das hat zur Folge, dass wir uns völlig verfransen.
Inzwischen ist es völlig dunkel und man kann auch keine Straßenschilder mehr
lesen. Mit der Hilfe einer Tankstellenangestellten finden wir wieder zurück
auf die US-1 und fahren wieder Meile um Meile nach Norden. Nix. Kein Hotel.
Kein
Holiday Inn.
Also wieder zurück. Das kann doch nicht wahr sein. An der
Stelle, wo wir vorhin aufgefahren sind, steht ein riesiges, hell strahlendes
Schild mit der Aufschrift
Holiday Inn.
Wieso haben wir das denn eben
nicht gesehen ? Egal. Hundemüde. Einchecken. Tour-Unterlagen entgegennehmen.
Schlafen.
Es kommt wie es kommen muss. Der Jet-Lag lässt mich auch dieses Mal nur
kurz schlafen. Dadurch können wir uns aber früh auf den Weg nach
Boston
machen. Dort parken wir in einem Parkhaus direkt unterhalb des Boston
Common, einem Park, der von demselben Architekten angelegt wurde, der
auch den Central Park in Manhattan, New York City angelegt hat.
Vom Boston Common startet der
Freedom Trail,
ein zweieinhalb Meilen langer Weg, der an 16 historischen Stätten
Bostons
vorbeiführt. Nach
dem State House (goldene Kuppel),
der Park Street Church (1809, Beispiel für die Architektur dieser Zeit),
dem Granary Burial Ground (Friedhof historischer Persönlichkeiten),
der King's Chapel (1754),
der First Public School (1635, erste öffentliche Schule, die auch Benjamin Franklin besuchte),
der Benjamin Franklin Statue (Bostons erste Statue),
dem Old Corner Bookstore (1712) und
dem Old South Meeting House (1729, seither wichtiger Versammlungsort der Bostonians)
kommt man
zum Old State House (1713, Bostons ältestes öffentliches Gebäude),
wo wir diese beiden wunderschönen Fotos machen konnten
.
Entlang
der Boston Massacre Site (fünf Tote waren der Anlass für die Revolution),
dem Quincy Market (Restaurants, Kaufhäuser, Geschäfte, Boutiquen, Ausstellungen),
der Faneuil Hall (1742, Markt, Versammlungshalle und Museum),
dem Paul Revere House (1680, ältestes Haus in Boston),
der Old North Church (1723, älteste Kirche in Boston) und
dem Copp's Hill Burial Ground (Friedhof und später Standort der britischen Kanonen im Kampf gegen die Amerikaner)
gelangen wir
zum Bunker Hill Memorial
(zum Gedenken an die erste größere Schlacht der Revolution)
und danach zur
U.S.S. Constitution
('Old Ironsides', ältestes, im Dienst befindliches Kriegschiff der Welt).
So. Genug Geschichte. Die ganze Strecke zurück zum Boston Common.
Beim Ausruhen auf einer Parkbank einem Break-Dancer zuschauen (die gibt's
wirklich noch). Dann widmen wir uns dem modernen
Boston
in Form des
John Hancock Tower.
Auf dem Weg dorthin machen wir dieses
der Trinity Church vor dem
John Hancock Tower.
Für $5 pro Nase kommen wir auch auf das Observatory Deck des Towers
und haben von dort eine wunderbare Aussicht auf die Stadt, auf Boston
Common, auf Beacon Hill, auf das
Massachusetts Institute of Technology (MIT),
auf die
Harvard Universität
und sogar auf den
Logan Int'l Airport
(dessen Funkverkehr wird hierhin übertragen).
Jetzt sind wir aber knatterkaputt und machen uns auf den Weg ins Hotel.
Dort signalisiert ein blinkendes Licht am Telefon, dass eine Nachricht
eingegangen ist : Diane von
Northwest Airlines
teilt mit, dass unsere Koffer am
Flughafen
eingetroffen sind und der Zoll den Koffer meiner Freundin nicht öffnen kann,
weil die Kombination angeblich nicht stimmt. Also schnell die Kombination
genannt und abwarten, bis die Koffer gebracht werden. Beim Fernsehen dämmern
wir vor uns hin und werden gegen 22:00 Uhr durch ein unverschämt lautes
Telefonklingeln ins Leben zurückgerufen. Die Rezeptionistin hat die ersehnte
Nachricht, dass unsere Koffer da sind.
Nach dem Duschen in frische Klamotten zu schlüpfen, ist doch ein
wundervolles Gefühl.
Geduscht und rasiert geht es entlang des Atlantischen Ozeans nach
Salem,
einer Stadt, die für ihre
Hexenmuseen
und für ihr
House Of Seven Gables
bekannt ist. Weiter der Küste folgend gelangt man nach
Rockport
auf Cape Ann, einem kleinen Künstler- und Fischerdorf, wo wir im
Hafen das unvermeidliche
von der Fischmarkthalle, dem meistfotografierten Motiv
Rockports,
machen. Nachdem wir Massachusetts verlassen haben und den 20 Meilen
langen Küstenabschnitt, den New Hampshire besitzt, hinter uns gebracht
haben, erreichen wir Maine und versuchen in
Kennebunkport,
dem Sommersitz von Ex-Präsident George Bush, Halt zu machen. Aber aus
irgendeinem Grund ist diese kleine Stadt völlig zugeparkt. Wir geben auf,
besuchen stattdessen den Two Lights State Park auf Cape
Elizabeth und steuern danach unser Übernachtungsziel an...
Unsere erstes Ziel ist heute das Old Port Exchange Viertel am Hafen
Portlands, das
aus einfachen roten Backsteingebäuden besteht. Danach besuchen wir noch
den Hafen. Dort fällt uns ein Teil der Berliner Mauer auf, der hier
auf einem Kai wieder aufgestellt wurde.
Über Boothbay Harbor, wo wir den malerischen Hafen besichtigen, und
Pemaquid Point, berühmt für seinen Leuchtturm, kommen wir nach
Camden
an der Penobscot Bay. Vom Mt.Battie im Camden Hills
State Park ($4) hat man einen wunderbaren Blick
auf
Camden
und die Bucht mit ihren vielen Segelschiffen.
Weiter geht es zur nächsten Station unserer Reise, nach ...
Bar Harbor
ist unser Standort am Rande des
Acadia National Park.
Da wir aber spät ankommen, lassen wir den lieben Gott einen guten Mann sein
und entspannen uns von der langen Fahrt.
Am Morgen regnet es junge Hunde. Wir nehmen unser Continental Breakfast
mit auf's Zimmer und frühstücken gemütlich an unserer Fensterfront, als
auf einmal der Strom ausfällt und wir im Dunklen sitzen. Nach dem
Frühstück ist der Strom immer noch weg, dafür hat aber der Regen
nachgelassen, so dass wir uns auf den Weg machen.
Da es zum Wandern immer noch zu stark regnet, erkunden wir zuerst die Insel
Mount Desert Island, auf der der größte Teil des
Acadia National Park
liegt. Wir kommen durch Northeast Harbor und Bass Harbor,
dass durch sein Head Lighthouse bekannt ist.
Dann ist es so trocken, dass wir die Park Loop unter die Räder nehmen und
auch einige Meilen, z.B. vom Sand Beach zum Thunder Hole,
wandern. Am Thunder Hole soll die Flut besonders spektakulär sein,
so dass wir uns auch zur High Tide dort einfinden. Leider findet des
Spektakel aber gegen Mid Tide statt, wir sehen also nur wenig
beeindruckendes Geplätschere. Danach fahren auf den 466m hohen Cadillac
Mountain in der Hoffnung, die vielgepriesene Rundumsicht geniessen zu
können. Pech. Nach dem Regen ist es ziemlich diesig und die Fernsicht
hält sich in engen Grenzen.
Heute steht uns die längste Etappe unserer Reise bevor. Sie führt uns
zunächst nach Bangor (für Touristen eher uninteressant) zur I-395,
einer bis Augusta als Panoramastraße ausgezeichneten Autobahn. Nach
ein paar Meilen über die Maine Turnpike gelangen wir über die Route 4 auf
die State Route 302, die durch das schöne Seengebiet von Sebago und
Long Lake führt. Kurz danach sind wir in New Hampshire und
fahren auf dem
Kancamagus Highway
durch die herbstlich rotgelb gefärbten Wälder der
White Mountains.
Direkt am östlichen Ende des
Kancamagus Highway
machen wir Halt an einer der für Neuengland so typischen Covered Bridges
(überdachte Brücke). Weitere Stopps sind die Lower Falls, die
Rocky Gorge (eine kleine wasserführende Schlucht, hinter der ein
eigentümlicher See liegt, der eine so glatte Oberfläche hat, dass man
glaubt, er würde zum gegenüberliegenden Ufer hin ansteigen) und die
Sabbaday Wasserfälle.
Für den Abend im Hotel will ich ein paar Dosen
Budweiser
kaufen und bin ziemlich erstaunt, als ich an der Kasse nach einer ID
gefragt werde, obwohl ich nun wirklich nicht mehr aussehe, als wäre ich
unter 21.
Heute fängt der Tag mit einem Besuch der Flume Gorge im
Franconia Notch State Park an,
d.h. er würde damit anfangen, wenn wir nicht viel zu früh wären. Also
fahren wir erst einmal weiter zum Old Man Of The Mountain, einem
von der Natur in einen Berg geschnittenen Profil eines alten Mannes. Aber
auch hier sind wir zu früh, denn der Old Man liegt noch im Nebel.
Und wieder geht's weiter. Diesmal zur
Mt.Washington Cog Railway,
einer nostalgischen Zahnradbahn (die erste Bergbahn der Welt), die einen
in 75 Minuten auf den Mt.Washington, den höchsten Berg Neuenglands,
bringt. $44 pro Nase sind uns dafür aber zuviel Geld und daher entscheiden
wir uns, den Berg mit dem Auto zu erklimmen. Dazu müssen wir aber zunächst
auf die andere Seite des Bergs. Auf dem Weg dorthin kommen wir durch
Bretten Woods,
dass durch das
Mt.Washington Hotel,
in dem 1944 die erste Finanz- und Währungskonferenz abgehalten wurde, bekannt
wurde (alle VWL-Studenten wissen, worum es geht). Auf unserem weiteren Weg
sehen wir eine der schönsten Covered Bridges.
So. Nun sind wir am Zahlhäuschen an der Auffahrt der
Mt.Washington Auto Road.
Für uns beide würde die Fahrt $22 kosten, ein Ranger teilt uns aber mit,
dass man uns wegen Eis nicht bis ganz nach oben fahren lassen wird. Er
bietet an, uns für $16 Dollar bis zur Mitte fahren zu lassen, gibt aber
fairerweise zu, dass man dann nicht viel sehen wird. Wir lehnen enttäuscht
ab. Dann fahren wir halt noch einmal den
Kancamagus Highway
westwärts ohne den gestrigen Nieselregen, dafür aber im Sonnenschein, ab.
Dieses Mal sind die Wälder noch farbenfroher als gestern.
Jetzt, am frühen Nachmittag versuchen wir noch einmal unser Glück bei der
Flume Gorge. Für $7 Eintritt pro Nase erleben wir ein wundervolles
Stück Natur. Gletscher haben hier eine Klamm geformt, eine enge Schlucht
zwischen hohen moos- und farnbewachsenen Felswänden, durch die der Flume
Brook fließt und die man auf schmalen Holzstegen bis zu einem kleinen
Wasserfall hinauf wandern kann. Toll.
Zum Schluss schauen wir noch mal nach, ob der Old Man Of The Mountain
inzwischen aus dem Nebel aufgetaucht ist, und tatsächlich, da liegt er
.
Bevor wir heute New Hampshire verlassen, machen wir noch dieses
von einem wunderschönen See vor einem Indian Summer Wald und kommen
dann bei der
QuecheeGorge
nach
Vermont, das
von den Green Mountains geprägt wird und als 'der' Indian
Summer Staat gilt, was dieses
und dieses
beweisen.
In
Killington
beziehen wir mit der
Summit Lodge
unser bisher urigstes Hotel, von zwei Bernhardinern bewacht, völlig
verwinkelt.
Von hier aus starten wir unsere Tour über eine der Panoramastraßen
(#30) durch die bunten Wälder Vermonts nach Manchester und
über Rutland zurück nach
Killington.
Heute nehmen wir eine weitere Panoramastraße (#100) unter die Räder,
dieses Mal in Richtung Norden nach Stowe. Dabei kommen wir bei
Waterbury vorbei an Vermonts bekanntester Firma,
Ben & Jerry Icecream,
einer Eiscreme-Fabrik, die man besichtigen kann und wo man sich mit
unzähligen Eissorten den Magen so richtig verderben kann. Wir belassen es
bei einer Sorte. Das ist auch gut so, denn wenig später besuchen wir auch
noch die Cold Hollow Cider Mill, wo wir den Apfelwein kosten dürfen.
Als wir aufwachen trauen wir unseren Augen nicht. Tatsächlich ! Dichtes
Schneetreiben !!!
Über die #7 in südlicher Richtung verlassen wir heute Vermont
und kommen wieder nach Massachusetts, wo wir in Williamstown auf den
Mohawk Trail
stoßen. Im Verlauf dieser Straße kommen wir zum Hairpin Turn
(großartige Aussicht), durch Florida (im Schnee), zu der bronzenen
Indianer-Statue Hail To The Sunrise und durch Shelburne Falls (hübsches
Städtchen mit der Bridge Of Flowers und den Salmon Falls).
Weiter geht's nach
Springfield,
unserer nächsten Station. Dort legen wir einen Shopping-Nachmittag in der
nah gelegenen
Holyoke Mall at Ingleside
ein. Sogar ich als Shopping-Muffel finde etwas für mich bei
American Eagle Outfitters.
Nach ein paar Meilen auf der Massachusetts Turnpike
I-90
kommen wir in das
Old Sturbridge Village
($16 pro Nase), einem großartigen Freilichtmuseum inmitten einer herrlichen
Waldlandschaft
,
in dem das Leben im frühem 19.Jahrhundert stilecht nachgestellt wird.
So gibt es hier Bauern, Müller, Bäcker, Schuhmacher, Küfer, Schmiede,
Bänker und viele mehr, die in originaler Kleidung ihre damalige Arbeit
demonstrieren.
Auf dem Weg nach
Mystic
verlassen wir erneut Massachusetts und kommen nach Connecticut.
Der
Mystic Seaport
gilt als das großartigste maritime Freilichtmuseum der USA.
Ein paar Meilen weiter kommen wir nach
Groton
wo das erste atomgetriebene U-Boot der Welt,
U.S.S. Nautilus,
vor Anker liegt und zur kostenlosen Besichtigung offensteht. Kostenlos
hören wir immer gerne und so steigen wir in das U-Boot hinab und bekommen
beinahe einen klaustrophobischen Anfall. Die Matrosen, die wochenlang in
dieser Enge arbeiten mussten, sind schon mehr als bewundernswert.
Entlang des Atlantischen Ozeans gelangen wir nach Rhode Island und
über die phantastische Newport Bridge
nach
Newport.
Da es schon ziemlich spät geworden ist, kaufen wir noch bei
Shaw's
ein paar Leckerlis. Leider gehört Rhode Island anscheinend zu den
Staaten, in denen es in Supermarkets keinen Alkohol, auch kein Bier, zu
kaufen gibt. Wir haben auch keinen Bock, jetzt noch einen Liqour Store
zu suchen. Ab ins Bett.
Heute besichtigen wir die Insel Rhode Island, die dem Staat seinen
Namen gab und für seine hochherrschaftlichen Häuser, den
Mansions,
bekannt ist. Wir steuern zunächst
The Breakers
an, das 'Sommerhaus' von Cornelius Vanderbilt II, einem damals
megareichen Eisenbahn-Unternehmer. Da wir ein wenig früh dran sind, nehmen
wir erst einmal den Cliffwalk, der hinter dem Breakers entlang
führt. Als wir wieder zum Vordereingang kommen, hat sich eine lange Schlange
gebildet, in die wir uns jetzt auch einreihen. Für $12 pro Person bekommen
wir eine interessante Führung duch die imposante 72-Zimmer-Villa. Schon
beim Eintritt in die Halle verschlägt es einem den Atem. Hier hinein passt
ohne Probleme ein durchschnittliches deutsches Zweifamilienhaus. Wow.
Überall trifft man auf Marmor, Alabaster, Halbedelsteine und dicke rote
Teppiche. Nach der Führung hat man noch Gelegenheit, in dem riesigen Garten
lustzuwandeln. Dabei ist auch dieses
von der Rückseite des Breakers entstanden.
Entlang der Bellevue Avenue und des Ocean Drive liegen noch
mehrere dieser Mansions, die man alle zum Teil auch besichtigen könnte.
Am Ocean Drive liegt auch der
Brenton Point State Park,
der uns zu einem Picknick einlädt. Hier werden Drachen in die Luft gelassen,
es werden Hochzeitsfotos gemacht, es wird promeniert, gejoggt, gescatet,
Hunde ausgeführt, gepicknickt.
Nachdem wir jetzt gestärkt sind, machen wir uns auf den Weg zur Hammersmith Farm,
dem Haus, in dem Jacqueline Bouvier, die spätere Frau von John
F.Kennedy, aufgewachsen ist, und diesem 1960-1963 als Summer White
House diente.
Entlang der #6 geht es heute nach Cape Cod. In der Nähe von
Woodshole entdecken wir einen hübschen Strandabschnitt und setzen
uns auf den Felsen in die warme Sonne. Dort entdeckt uns bald Roxanne,
ein sieben Wochen alter Boxer, mit dessen Herrchen, einem über Österreich
ausgewanderten Russen, wir bald ins Gespräch kommen. Dieser empfieht uns
das
Nobska Lighthouse
als Must See. Wir ordnen dieses dann aber als Don't Have To See
ein, weil es einfach nur ein weiterer Leuchtturm in unserer Sammlung ist.
Endstation für heute ist
Hyannis,
das kurz vor unserer Reise durch den Absturz von John F.Kennedy jr.
im Rampenlicht der Welt stand und, immer noch als Wohnort der Kennedys,
das JFK Memorial beheimatet.
Leider spielt gerade heute das Wetter nicht mit, wo wir doch Cape Cod
erkunden wollen. Durch teils heftigen Regen fahren wir an der bei Sonnenschein
wunderschönen Küste hinauf bis nach
Provincetown.
Dort besichtigen wir zunächst das Visitor Center der Province Land Area,
wo wir auf einem Aussichtsturm durch die Reste eines Hurricanes beinahe
weggeweht werden.
Bei einem Einkaufsbummel auf der Commercial Street bestätigt sich
durch die vielen gleichgeschlechtlichen Pärchen die Aussage, in
Provincetown
habe sich die größe Homosexuellengemeinde der Ostküste angesiedelt.
Über die landschaftlich schöne Route #6A fahren wir wieder ins
Hotel und, da morgen unser Abreisetag ist, heißt es, das Auto von den
Dingen zu befreien, die wieder mit nach Deutschland müssen.
Na Klasse. heute an unserem Abreisetag ist wieder strahlender Sonnenschein.
Den können wir aber auch wunderbar gebrauchen, denn es steht der Besuch der
Plimoth Plantation
auf unserem Programm. In diesem Freilichtmuseum wird das Leben der ersten
Siedler im Jahre 1627 dargestellt. Alles ist authentisch : Häuser, Kleidung,
Sprache. So wird zum Beispiel auch eine Schießübung nachgestellt
.
Die Besichtigung der
Mayflower II,
dem winzigen Schiff, mit dem im September 1620 102 Personen die
Reise in das religiös freier vermutete Amerika unternahmen, ist auch im
Eintrittpreis von $19 enthalten.
Als wir unser Auto auf den Hof von
AVIS fahren, stellen wir
fest, dass ein Radlager merkwürdige Geräusche von sich gibt und wohl bald
seinen Geist aufgegeben hätte. Glück gehabt.
Das
AVIS-Shuttle
bringt uns wieder zum
Logan Int'l Airport,
wo wir uns am Gepäckverlust-Schalter von
Northwest Airlines
melden, um unsere Ausgaben wegen des fehlenden Gepäcks anzumelden. Wir
erhalten einen Scheck, den wir in der
BankBoston
einlösen wollen. Leider ist die Bank nicht (mehr) an der Stelle, die auf
dem Flughafenplan angegeben ist. Pech.
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